KI zwischen Effizienzsteigerung und Lebensdienlichkeit
Prof. Dr. Stefan Selke
Der Soziologe Stefan Selke plädiert dafür, KI nicht allein als Werkzeug zu betrachten. Stattdessen schlägt er ein differenzierteres Modell vor, bei dem KI verschiedene Rollen einnehmen kann – etwa als Assistenz zur umfassenden Unterstützung von Menschen oder sogar als eine Art sozialer Partner, mit dem Menschen interagieren. Solche neuen Beziehungen zwischen Mensch und KI entstehen schleichend und werden besonders dort sichtbar, wo menschliche Fürsorge abnimmt. Das ist im Gesundheits- und Pflegebereich vor allem dann der Fall, wenn persönliche Betreuung zunehmend durch auf Effizienz ausgerichtete, technisch gesteuerte Lösungen ersetzt wird.
Stefan Selke lehrt „Gesellschaftlichen Wandel“ an der Hochschule Furtwangen. Er ist Forschungsprofessor für „Transformative und öffentliche Wissenschaft“ und Research Fellow an der Émile-Durkheim Forschungsstelle für Krisenanalysen der Universität Bonn. Selke studierte zunächst Luft- und Raumfahrttechnik und promovierte später in Soziologie. Als disziplinärer Grenzgänger ist er regelmäßig auch außerhalb der Wissenschaft präsent.
